Nobelpreis
 
Vor langer Zeit gab es unendlich viel Liebe auf der Welt...
Nicht immer und überall war jeder mit seinem Nächsten einer Meinung, aber die Menschen lösten ihre Probleme, indem sie miteinander sprachen und sich zum Schluss eines jeden Gespräches in den Arm nahmen und sich aus vollem Herzen „LIEBE“ schenkten.

So war es Brauch...
Die Menschen damals dachten nicht darüber nach, ihre Liebe "gewinnbringend" einzusetzen. Sie gaben sie einfach... reichlich und gerne. Sie schenkten sich Liebe, weil sie sich freuten, nicht alleine zu sein, um einander zu trösten oder Mut zu machen, um sich gegenseitig Glück zu wünschen oder Beistand zu gewähren, um sich zu bedanken oder weil man den anderen mochte und ihm das Allerbeste für sein Leben wünschte. Wenn die Menschen diese Liebe spürten, wurde ihnen ganz warm ums Herz und alle hatten den Wunsch, sie weiterzugeben... damit alle anderen sich auch so gut fühlten. Und weil die Liebe ständig weitergegeben wurde, wuchs sie ins Unermessliche und alle Menschen waren glücklich und gesund.

Aber eines Tages kam aus fremden Landen Herr „GeldGIER“ zu den Menschen und säte Bedenken... 
Er konnte sehr überzeugend sprechen und belehrte sie, dass zu viel Liebe krank mache und man sich dagegen schützen müsse. Da er ein „guter“ Mensch war, hatte er gleich das passende Gegenmittel mit: Tabletten und Tinkturen. Und weil alle Menschen sich gegen das "Kranksein" schützen wollten, gaben sie ihm ihr letztes Hab und Gut für seine Arzneien. Das ließ seine Augen strahlen. 

„Oh Schreck...!“
Schon bald nachdem die Menschen erste Arzneien genommen hatten, spürten sie tatsächlich, wie schlecht es ihnen ging... und was die andauernde Liebe bei ihnen angerichtet hatte. Fortan glaubten sie ihrem Wohltäter und kauften immer mehr seiner Tabletten und Tinkturen, um gesund zu bleiben. Die Saat war aufgegangen.
 

Das blieb nicht ohne Folgen...
Als erstes verloren die Menschen ihr blühendes Aussehen und welkten vor sich hin. Es folgten Schmerz und Krankheit, und zum Schluss machten Neid und Gier sich breit, weil der eine mehr Arznei kaufen konnte als der andere, da er mehr Geld besaß. Jeder versuchte, sich mit breiter werdenden Ellbogen durchzusetzen und möglichst viel Geld für sich alleine anzuhäufen.Obwohl es den Menschen immer schlechter erging, kam lange Zeit niemand auf den Gedanken, dass es gerade dieser Mangel an Liebe war, der das alles verursachte. Doch endlich... nach vielen, vielen Jahrhunderten fanden junge Forscher alte Schriften und erkannten, dass "LIEBE" ein wunderbares Heilmittel sein müsse, sich gegenseitig Lebensfreude und Gesundheit zu schenken... zudem völlig kostenlos.

Sie probierten es aus...
Zunächst noch ein wenig unsicher und unbeholfen, erlangten sie recht bald Übung in der "uralten Kunst", sich zu berühren... sich liebevoll in den Arm zu nehmen, Zeit füreinander zu haben, zuzuhören, was der andere zu sagen hat, sich nicht gegenseitig als Konkurrenz, sondern als ergänzende Einheit zu sehen. 

Für ihre (Wieder)Entdeckung erhielten die Forscher den „Nobelpreis in LIEBE...“
 

copyright © rena lessner / 06. september 2007